Am heutigen Tag hatte ich mir frei genommen um mit Steve im Hamburger Hafen den Zandern nachzustellen. Morgens noch das Kind zu Schule gebracht und dann weiter zur Slippe nach Entenwerder.
 
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Von dort ging es unter den Elbbrücken durch, zu verschiedenen Spots im Hafen, z.B. gegenüber dem Cruise Terminal.
 
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Dort gab es innerhalb kürzester Zeit den erwünschten Fischkontakt: Steve erbeutete auf grünen Gummifisch zwei stramme 50´er und 60´er Zander! Zu dem Zeitpunkt war es noch keine 10:00 Uhr ;-)
 
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Ich folgte als bald mit dem nächsten Fischkontakt der ein echt fetter Brocken zu sein schien, dem Zug zu urteilen jedenfalls war es ein stattlicher Kamerad…
 
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Was zu Tage kam war allerdings unerwartet: Ich hatte einen großen Brassen an der Rückenflosse gehakt und der Schwamm richtig Attacke unterm Schlauchboot herum ;-) Steve half ihn zu entlassen und da danach lange Zeit nichts mehr passierte, entschieden wir uns den Platz zu wechseln.
 
Einige Hundert Meter weiter haben wir uns dann erneut an der Spundwand festgemacht und erstmal meine mitgebrachten Schokofranzbrötchen verhaftet :) Auf leeren Magen fischt es sich ja schlecht…Kennt ihr sicher ;-) An diesem Spot wurden wir gänzlich missachtet, nicht mal einen versemmelten Biss gab es dort… Zurück unter den Elbbrücken durch, Stromaufwärts in einen Seitenkanal der Elbe, genau an die Strömungskante und dort an der Leiter der Spundwand festgemacht.
 
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Ich hatte mittlerweile vom Gummifisch am Jigkopf auf´s Carolina Rig und einen gelb schwarzen Gummifisch umgerüstet. Nach einigen Würfen plötzlich ein Widerstand beim faulenzen…Anhieb und Zack der hängt! Mission Elbzander accomplished!
 
Zwar nur smarte 43cm, aber der durfte mit und seinen Ehrenplatz in meinem Gefrierfach einnehmen :)
 
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Da ist aber einer Stolz :) Mein erster!
 
Ich muss zum besseren Verständnis sagen das ich die Elbe bisher nur als Scheiss Gewässer kennengelernt habe…
 
Ohne Ende Material versenkt, nie was gefangen, durch Wellenschlag am Strand sogar mal eine Rolle gänzlich verloren…
 
Nun kam die Elbe in meinem Ranking gerade aus dem miesen Keller auf die erste Stufe der Kellertreppe :) Mal sehen auf welcher Stufe sie heute Abend steht…
 
Bei der ganzen Aktion haben wir aber leider vergessen den sinkenden Wasserstand im Auge zu behalten und das unser Seil mit dem wir an der Leiter der Spundwand fest gemacht waren, strammer und strammer wurde…
 
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Mittlerweile war es SO stramm das wir es nicht mehr lösen konnten :D und wir mit der einen Bootsseite an der Spundwand fest hingen…
 
Der Knoten war aufgrund des starken Zuges schon nicht mehr lösbar :D Noch einige Minuten weiter, und wir hätten mit der einen Seite des Bootes in der Luft gehangen ….
 
Steve ist dann auf die Leiter geklettert, ich ganz auf die Spitze unseres Schlauchies und dann konnte Steve das Seil mit Gewalt doch noch lösen…Hahahaha was einem nicht alles passieren kann an so einem Tag :-)
 
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Was ich aber danach noch erleben sollte, glich einem wahren Angelzirkus! Steve machte den Vorschlag mal ans Heizkraftwerk Tiefstack zu fahren, dort könne man super auf Rapfen fischen.
 
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Unter dem Billwerder Sperrwerk hindurch gefahren, kommt man schnell an die besagte Stelle. Am Kühlwasserauslass des Kraftwerkes entstehen enorme Strömungen und dort sind bekanntlicherweise die Rapfen aktiv.
 
Da wir uns entschieden dort mit Wobblern zu fischen, montierte ich um auf eine ganz feine 2.10m Spinnrute mit 7-13gr Wurfgewicht. Die hat genug Rückgrat um auch einem kräftigen Rapfen zu widerstehen.
 
Vorweg: Das Angeln dort war sehr kurzweilig und echt spaßig :) Fischkontakte gab es reichlich, die Biester haben teils so rabiat gebissen aber leider auch ganz schnell wieder losgelassen… Wie dem auch sei, Steve und ich hatten reichlich Bisse und Anhiebe zu setzen…
 
Steve hatte gleich mehrere Rapfen hintereinander, ich habe den größten Teil der Bisse versemmelt, ich nehme an das meine Rute einfach zu fein war um mit dem Anhieb ordentlich zum Fisch “durchzukommen”. Trotz geflochtener Schnur… Plötzlich hatte ich wieder den bekannten Ruck in der Schnur, der Anhieb wurde augenblicklich mit einem schnellen Schwimmmanöver quittiert und trotz meiner Gegenwehr nahm der Fisch immer wieder Fluchten vor, die ich aber mit feinem Bremsen abpuffern konnte. Meine arme kleine Spinnrute ;-)
 
Ans Tageslicht kam ein RIEEEESEN Brassen, den ich wieder an der Rückenflosse gehakt hatte :D Das war ein ordentlicher Klodeckel…Mein lieber Mann ;-) Der hat Steve beim Abhaken mehrmals im Gesicht komplett nass geschlagen, aber wir sind ja Männer :)
 
Ich habe nach diesem Fisch dann auf einen kleinen 4cm Wobbler im Regenbogenforellendesign gewechselt der Steve schon viel Fisch gebracht hat. Vor Jahren… Der war schon echt alt… Nach einigen Würfen mitten in die Strömung durchzuckte plötzlich ein Schlag meine Rute, wie ich es noch NIE in meinem Anglerleben erlebt hatte!
 
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Dieser Fisch nahm augenblicklich Schnur ohne Ende, die Bremse meiner Rolle jaulte auf, wie es noch keine Meerforelle und kein Dorsch beim Trollen getan hatte… Fluchten nach tief unten und weit weg mit enormer Kraft, haben mir die Schweissperlen auf die Stirn getrieben.
 
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Es dauerte Minuten bis wir das erste mal etwas sehen konnten was ich da am Haken hatte. Erstaunlicherweise war der Wellenschlag an der Oberfläche weit weg von meiner Schnur, dieses ETWAS musste also groooß sein… Wir konnten aber nur schemenhaft erkennen, wussten uns keinen Reim zu machen… Und wieder Fluchten die meine kleine feine Rute aufs ALLERHÄRTESTE beanspruchten…
 
Ich spielte mit der Bremse, auf und zu, pumpen, kurbeln, pumpen, kurbeln…Zwischendurch musste ich sogar mal die Hand wechseln, mein Arm begann schon zu schmerzen :D Nach geschätzten 10 Minuten kam der Fisch dann das erste Mal an die Oberfläche und Steve und ich sahen uns nur erschrocken an… Ein Wels! UND ZWAR KEIN KLEINER! Ich hatte mit meinem 4cm Wobbler einen stattlichen Wels gefangen!
 
Inmitten von Rapfen, Brassen und dieser krassen Strömung… Ich war total von den Socken und drillte den Drill meines bisherigen Lebens weiter :-)) Steve hingegen zog sich seinen Landehandschuh an und bereitete sich auf den jahrelang ersehnten Wallergriff vor den er schon immer mal machen wollte :) Nach weiteren ca. 10 Minuten und 2 Versuchen von Steve den Wallergriff zu setzen, hatte er endlich die Chance und packte den Fisch sicher im Maul und zog ihn mit Kraft ins Boot.
 
Ein Jubelschrei von mir gellte durch den Hafen und hallte an den Mauern des Kraftwerkes wider. Ich hatte mit einer 13gr Spinne einen 110cm Wels gefangen und gelandet! UNGLAUBLICH!
 
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Der Wobbler hatte gehalten, die Rute war nicht gebrochen und die Landung glückte auch perfekt.
 
Was für ein Moment! Steve hatte alle Hände voll zu tun diesen wahnsinnsfisch zu lösen, der Drilling des Wobblers hatte sich mit allen drei Widerhaken in die Lippe des Wallers gezogen.
 
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Nach kurzem Fototermin durfte der Fisch wieder ins Wasser, schließlich liegen wir mitten in der Schonzeit vom 1.5 – 30.6.
 
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Danach fielen Steve und ich uns erstmal in die Arme und klatschten ab. Eine großartige Teamleistung, jeder hat seinen Teil dazu beigetragen das diese Sensation ein für alle gutes Ende nehmen konnte. Was ich nicht wusste: Steve ist dem Fisch die ganze Zeit mit dem E-Motor hinterher gefahren :D Nun musste ich mich erstmal hinsetzen, meine Knie zitterten und mein Arm lahmte vom krassen Drill….Dieses Erlebnis musste ich erstmal verdauen. Was für ein Kick! Wallerangeln mit leichtem Geschirr ist der Hammer ;-))
 
Ich habe erstmal ein paar Freunde angerufen und denen mein Adrenalin ins Ohr geschrieen…Das musste ja irgendwie raus :-)) Danke Jörg (HD4Ever) und Sven (Nordangler) das ihr mir so artig zugehört habt :-) Wir haben nach diesem Erlebnis noch ein paar Würfe gemacht, die auch Fischkontakt ergaben, sind dann aber bald zu neuen Spundwänden aufgebrochen die uns leider aber keinen weiteren Fisch mehr einbrachten.
 
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Gegen 17 Uhr bin ich “von Bord” gegangen, Steve ist noch etwas weiter gefahren und ich machte mich tief beeindruckt von diesem Tag auf den Heimweg um dort meinen ersten Elbzander zu filetieren.
 
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Heute ist die Elbe in meinem Ranking stark gestiegen! Ich werde mit neuen Wobblern wiederkommen. Ans Kraftwerk! Das war geil!
 
Danke Steve das du mich mitgenommen hast, das ich dein Material benutzen durfte und D A N K E für diese tolle Teamleistung! Ohne dich hätte ich die Schnur gekappt! Ich bin gekickt!
 
Olli
 
 
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